Sportlogistik für Olympia und WM

3 min lesen09 Februar 2018
Alle zwei Jahre starten entweder die Olympischen Winter- oder Sommerspiele. Hinter den Kulissen dieses sportlichen Grossereignisses ist zu diesem Zeitpunkt schon ein Grossteil der Arbeit getan. Denn Olympia ist nicht nur ein sportliches, sondern auch ein logistisches Grossereignis. Was wenige wissen, Logistikunternehmen und Transportunternehmen weltweit arbeiten seit vielen Monaten, an der Planung und erzielen damit ähnlich wie die Sportler Höchstleistungen – nur leider ohne Medaillen. Es gilt, für Sportler aus 210 Nationen Kleidung, Sportgeräte, Massageliegen,  medizinisches Gerät und Medikamente, technische Ausstattung wie Laptops und Drucker aber auch Nahrungsmittel je nach nationaler Vorliebe nach Südkorea zu schaffen.

Termingerechte Lieferung

Bei den Winterspielen in Pyoengchang traten 3.000 Athleten aus 94 Ländern in 15 Disziplinen an, insgesamt wurden 103 Goldmedaillen vergeben. Allein aus Deutschland reisten 156 Athleten an. Neben den jeweiligen Sportgeräten der Athleten, etwa Ski und Stöcke, Snowboards, Gewehre für den Biathlon, Schlitten oder Eishockeyschläger musste auch die komplette Ausstattung für die Teams nach Korea in das Olympische Dorf und zu den Sportstätten transportiert werden. Insbesondere die Abwicklung und die Zollabfertigung sind die grösste Herausforderung müssen sich die Spediteure doch mit Formalitäten wie der „vorübergehenden Einfuhr von Waren“ auseinandersetzen. Und die Termingerechte Lieferung an die entsprechenden Veranstaltungsorte ist unerlässlich.

Logistische Höchstleistungen

Für sportliche Grossveranstaltungen wie Olympia oder die Fussball-WM gibt es mittlerweile einen eigenen Logistikzweig – die Sportlogistik. Die Dienstleister bieten dabei ein vollständiges Konzept von der eigentlichen Transportdienstleistung per Luft-, See- oder Landverkehr über Zollformalitäten, Komissionier- und Verpackungsarbeiten bis hin zu den Lagermöglichkeiten und entsprechenden Sicherheitssystemen. Die Zusicherung einer pünktlichen Lieferung der entsprechenden Ware versteht sich dabei von selbst. Um einen Eindruck von der Grössenordnung dieser logistischen Höchstleistung zu bekommen: laut  Logistik Heute betrug die Vorbereitung der Fussball WM 2014 in Brasilien beispielsweise 4 Jahre und beinhaltete 270 t Luftfracht sowie 270 Seecontainer. Durch das Zusammenspiel von ca. 300 Mitarbeitern befand sich das notwendige Equipment für die Nationalmannschaft und für die deutschen Medienvertreter zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Somit haben diese Logistikmitarbeiter einen massgeblichen Beitrag am deutschen Weltmeistertitel 2014 geleistet. Trikots, Schuhe und Bälle sind dank der Sportlogistiker bereits lange vor den Nationalspielern vor Ort.

Am Beginn dieser komplexen Logistikkette steht dabei die Verpackung. Denn nur gut geschützte Ware kommt auf diesem langen Transportweg sicher ans Ziel. Darüber wie beispielsweise ein Fussball optimal verpackt werden kann haben wir bereits berichtet.

Von Kleidung bis zum Weinglas

Der offizielle Partner der Schweizer Olympischen und Paralympischen Mannschaft DB Schenker plant den Transport für die Olympischen Spiele bereits über ein Jahr im Voraus.
Ein paar beeindruckende Zahlen für das deutsche Olympia-Team: 48 Container gehen per Schiff auf die Reise, 27 Tonnen  werden im Flugzeug transportiert. Insgesamt werden 5000 Kilogramm Kleidung in 390 gepackten Reisetaschen transportiert. Die Kleidung jedes Sportlers besteht aus insgesamt 50 Teilen. Auch sehr kurzfristige Lieferungen müssen erfolgen. Die nordischen Kombinierer beispielsweise hatten ihren letzten Wettkampf am Wochenende vor der Eröffnungsfeier. Ihr Equipment muss also noch sehr kurzfristig in Kisten verpackt und versendet werden. Dabei ist gerade das Verpacken häufig eine Herausforderung, schliesslich müssen die Sportgeräte ohne Schäden in Korea ankommen.

Aber auch für das Olympische Dorf werden Unmengen an Kleinteilen transportiert. Laut DB Schenker wurden beispielsweise für die vergangenen Sommerspiele in Rio für das deutsche Team 7.000 Flaschen Riesling, Weissburgunder und Cabernet Sauvignon, 2.140 Flaschen Sekt, neunzig  50-Liter-Bierfässer, 32.500 Gläser (darunter 5.000 Champagner- und 6.000 Weingläser) sowie 100.000 Klappstühle und 250.000 Kleiderbügel in das Olympische Dorf transportiert.

Wenn also bei der Eröffnungsfeier das olympische Feuer entzündet wird, ist bereits alles an Ort und Stelle: Mögen die Spiele beginnen!

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