Warum das Palettengewicht entscheidend ist

4 min lesen 05 Juni 2020
„Nennen Sie mir bitte die Masse und das Gewicht der zu transportierenden Paletten?“ eine Frage die Speditionen häufig stellen bevor Container oder Paletten abgeholt werden. Das mit den Massen ist schnell erledigt, aber wie ist es mit dem Gewicht? Die Transportkosten im Güterverkehr hängen unter anderem vom Gewicht bzw. Volumen der Ladungsmenge ab. Das frachtpflichtige Gewicht ist entscheidend bei der Ermittlung der Gesamtkosten. Viele Transportdienstleister bieten Online-Rechner an um das Palettengewicht zu ermitteln, aber gerade wenn es sich um verschiedene Waren auf einer Palette handelt, stossen diese Tools an ihre Grenzen.

Warum es in vielerlei Hinsicht praktisch ist, das Palettengewicht zu kennen

Nicht nur um die Transportkosten errechnen zu können, sondern auch beim Verladen in den firmeneigenen Lastwagen empfiehlt es sich, die Paletten zu wiegen, um das zulässige Achsgewicht nicht zu überschreiten. Darüber hinaus lässt sich über das Gewicht der Palette auch leicht ermitteln, wie viele Packstücke bereits auf die Palette verladen wurden- umständliches Mitzählen erübrigt sich damit.

Viele Unternehmen verfügen daher über fest installierte Bodenwaagen. Um diese auch ebenerdig mit dem Hubwagen befahren zu können, wird hierfür zunächst eine Waagengrube benötigt, in die die Bodenwaage dann „eingelassen“ wird.

Für Unternehmen, die nicht die Möglichkeit haben, eine Bodenwaage zu installieren, gibt es mobile Palettenwaagen. Diese sind mobil und können dank Rollen und Haltegriff an verschiedenen Orten genutzt werden. Besonders für kleinere Unternehmen ist die Palettenwaage eine gute Lösung.

Statische und dynamische Tragfähigkeit

Vor dem Beladen der Palette sollten Sie wissen, welches Gewicht die Palette überhaupt aushält. Hierbei wird unterschieden zwischen statischer Nutzlast und dynamischer Nutzlast.

Statische Tragfähigkeit
Hierbei handelt es sich immer um die maximale Belastung wenn die Palette stationär auf dem Boden steht. Die statische Nutzlast wird immer mit einem (zum Teil deutlich) höheren Wert angegeben. Die statische Tragfähigkeit gibt an, wie viel Gewicht die Palette an statischem, also ruhenden Druckgewicht aushält, bevor sie nachgibt. Ein Beispiel: Die unterste Palette auf dem Boden hat eine statische Traglast von 4’000 kg. Es können auch 1’000 kg auf die Palette geladen werden und auf der Palette würden dann noch 3 weitere Paletten mit 1’000 kg gestapelt werden.
Die dynamische Nutzlast
In der Regel wird eine Palette aber bewegt, sie dient als unterster Bestandteil einer Ladeeinheit für den Transport. Wenn Ihre Palette also in irgendeiner Form beladen transportiert werden soll, orientieren Sie sich immer an der dynamischen Tragfähigkeit. Sie gibt an, wie viel Gewicht die Palette unter Bewegung aushält, also zum Beispiel auch auf der Gabel eines Hubwagens oder Gabelstaplers. Zusätzlich unterschiedet man auch die Regallast, also die maximale Last die eine Palette im Regal tragen kann. Diese wird angegeben, da die Palette im Regal meist nur zwei Auflagepunkte hat, Voraussetzung ist dass die Palette gleichmässig beladen wird.

Übersicht über die Nutzlasten verschiedener Paletten

In der folgenden Übersicht haben wir Ihnen die Nutzlasten der verschiedenen Paletten als Auswahlhilfe zusammengestellt. Achtung: Hier wird jeweils immer die Palette mit den Euro 1 Mass 1200mm x 800mm verglichen – die Nutzlasten anderer Grössen variieren!

PalettentypArtikelDynamische NutzlastStatische Nutzlast
INKAIMP7250750
INKAIPM39002’700
INKAIPM136001’800
nestbare KunststoffpaletteP210S2’5001’000
leichte EinwegpaletteLPAL2500700
Euro TauschpaletteEUROPAL1’5004’000
Kunststoff-PaletteCPP880S1’50014’000
ChemiepaletteCP21’0001’500

Palettengewicht ermitteln

Für Unternehmen, die nicht regelmässig Paletten verladen, aber auch in grösseren Betrieben, die gerne auch mobil wiegen möchten, ist eine mobile Palettenwaage die ideale Lösung. Dank Akkubetrieb (optional), flacher und kompakter Bauweise sowie der zwei Rollen lässt sich das Gerät ganz einfach per Haltegriff zu den verschiedenen Einsatzorten schieben. Die Waage selber ist dabei ein relatives Leichtgewicht und bringt selber nur 51 kg „auf die Waage“. Hier kann der Berg zum Propheten, aber auch der Prophet zum Berg kommen! Eichgenau in 200g-Schritten bzw. 500g-Schritten (je nach Ausführung) wird das Gewicht auf der Wägebrücke ermittelt und über das Auswertegerät ausgegeben. Dank praktischer Zusatzfunktionen kann beispielsweise ein unterer und ein oberer Grenzwert eingegeben werden: es kann so lange zugeladen werden, bis über ein optisches und akustisches Signal darüber informiert wird, wenn der obere Grenzwert erreicht ist (Checkweighing). Im Vorfeld kann auch das Gewicht eines einzelnen Packgutes angegeben werden, über das Ausgabegerät kann dann zwischen dem Gesamtgewicht und der erreichten Stückzahl hin- und hergeschalten werden.

Ein Wiegehubwagen ist ebenfalls eine praktische und mobile  Möglichkeit das Nettogewicht der Ware sowie das Gewicht der Palette zu ermitteln.

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