Was bedeutet das Regenschirm-Symbol?

4 min lesen 22 Juni 2018
Sie begegnen uns nahezu täglich, als Etikett, Aufkleber oder direkt aufgedruckt auf dem Karton: Der Regenschirm, der Doppelpfeil oder das zerbrochene Glas. Was bedeuten die Symbole, Piktogramme und Icons auf den Versandverpackungen denn genau? Was sind die gängigsten Zeichen im Zusammenhang mit Verpackungen? Und: Sind sie überall gültig?

Symbole: Intuitive Bildersprache

Kennen Sie das? Sie sind in einem fremden Land, sehen ein Schild und wissen nicht, was Ihnen das Symbol darauf zu sagen versucht? Kein Wunder – andere Länder, andere Schilder. Bestimmte Motive habe jedoch ihre eigene Sprache, die international verstanden wird: ein Stopp-Zeichen, dass überall auf der Welt zum Anhalten bewegt, oder Toilettenbeschilderungen, die problemlos den Weg weisen.

Ähnlich funktioniert es mit der Kennzeichnung von Sendungen, die weltweit verschickt werden. Verschiedene Verpackungssymbole erklären bereits von aussen, wie mit einer Ladung umgegangen werden soll, damit dem Inhalt nichts passiert. Eine ausreichende Markierung ist unverzichtbarer Bestandteil der Verpackung: Bei einer undeutlich markierten Ladung kann es im Schadensfall keine Entschädigung geben. Im Falle von Gefahrgut ist die Kennzeichnung sogar Pflicht. Deshalb sollte man sich im Vorfeld über alle Möglichkeiten einer notwendigen und sinnvollen Kennzeichnung informieren.

Was macht ein gutes Piktogramm aus?

Mit der Glühbirne...
…haben wir schon eines der besten Beispiele. Sie wird weltweit verstanden als Sinnbild für Forschung und Wissen, also für die sinnbildliche «Erleuchtung». Ausrufezeichen, das Zahnrad, die Büroklammer oder das Feuersymbol werden ebenfalls intuitiv und sprachunabhängig der richtigen Bedeutung zugeordnet.

Ein Piktogramm

  • muss selbsterklärend sein. Besonders im Bereich Gefahrenkennzeichnung oder Gesundheitswesen kommt es auf schnelles und eindeutiges Erfassen an. Aber auch bei dem eingangs erwähnten Toilettensymbol kann sich langes Rätselraten zum Problem auswachsen…
  • ist eine reine Bildbotschaft und als solche auch international verständlich. Das Bild ist dabei reduziert und so einfach wie möglich dargestellt.
  • besteht meist aus einfachen geometrischen Formen und einem möglichst hohen Farbkontrast (oft schwarz – weiss – rot).

Waren müssen beim Versand hinreichend gekennzeichnet werden. Diese Kennzeichnung erfüllt mehrere Ziele:

  • Die Zustellung am richtigen Bestimmungsort (Adressinformationen)
  • Die Sicherstellung der richtigen Handhabung und der Vermeidung von Unfällen (Handhabungshinweise – zu denen auch der «Regenschirm» gehört)
  • Das Verhindern oder doch zumindest das Feststellen von Masse- und Mengeverlusten
  • Die ordnungsgemässe Verzollung bzw. die Vermeidung von Zollstrafen

So kennzeichnen Sie Ihre Pakete und Sendungen

Grundsätzlich zu empfehlen ist ein Pfeilsymbol, das anzeigt, wo „oben“ ist. Ein Glas bedeutet „Vorsicht, zerbrechlich!“, ein symbolischer Regenschirm (manchmal auch mit anschaulichen Tropfen) „Vor Nässe schützen“. An Transportkisten kennzeichnet ein Anschlag mit einem Kreuz und einem Punkt den Schwerpunkt der Ladung. Die Symbole für die Handhabungshinweise von Verpackungen sind in ISO R/780 (International Organization for Standardization) und in DIN 55 402 (Deutsches Institut für Normung) international einheitlich festgelegt. Sie erklären sich von selbst und sollen Sprachprobleme im internationalen Warenverkehr vermeiden. Sinnvoll an der Aussenseite der Verpackung ist zusätzlich eine Angabe über das Gewicht der Fracht, die deutlich zu sehen sein sollte. Verschiedene Möglichkeiten der Markierung bietet RAJA mit seinen Warnetiketten, den geräuscharmen Warnbändern mit passendem Aufdruck, den Versandetiketten oder auch dem innovativen Warn-Nassklebeband.

Der Sinn von Handhabungshinweisen

Paketsendungen werden in der Regel maschinell verarbeitet. Auch mit Warnhinweisen durchlaufen sie in grossen Paketzentren Förderbänder und Rutschen. In den Sortieranlagen macht also der «Vorsicht zerbrechlich – handle with care» Aufkleber (vermutlich) keinen Unterschied. Anders beim Verladen, dem Transport und der Zustellung.

DHL beispielsweise empfiehlt in einem offiziellen Video: «Den Karton verschliesse ich mit Klebeband und mache ausserdem noch eine Markierung mit ‹Vorsicht Glas› darüber, denn dann wird es besonders vorsichtig behandelt.»

Dazu der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV):

Eine ausreichende Markierung ist unverzichtbarer Bestandteil der Verpackung. Weichen die Markierungen von den Angaben in den Versandpapieren ab, kann es z. B. zu Beanstandungen seitens der Zollbehörden kommen. Nicht ausreichende Handhabungsmarkierungen können zu einem Haftungsausschluss derjenigen führen, die die Ware transportiert, umgeschlagen oder gelagert haben und durch deren Behandlung der Schaden aufgetreten ist.Fazit: GDV

Gefahrgutkennzeichnung ist Pflicht

Pflicht ist eine klare Kennzeichnung von Gefahrengütern laut ADR, dem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse. Ein Gefahrgut ist dabei alles, was das Leben und die Gesundheit von Mensch oder Tier, die öffentliche Sicherheit oder die Umwelt beeinträchtigen könnte. Für den Transport gefährlicher Güter gibt es – abhängig von Klasse und Unterklasse, in die das Gefahrengut aufgrund seiner Beschaffenheit oder Inhaltsstoffe eingeteilt ist – spezielle gesetzliche Regelungen zur Kennzeichnung und Verpackung. Auch hier können besondere Gefahrenetiketten von RAJA international verständlich eine gefährliche Ladung deutlich markieren.

Mehr Erklärungen zur Bedeutung von Gefahrgutkennzeichnung:
https://www.rajapack.ch/verpackungsnews/kennzeichnen-mit-gefahrgutetiketten

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