Vakuumieren für mehr Schutz und Haltbarkeit

3 min lesen 31 Juli 2018
Da ist die Luft raus! Wenn man diesen Satz über etwas oder jemanden hört, ist das in der Regel nicht gerade ein Lob. Völlig zu Unrecht, wie wir finden! Denn manchmal ist es auch ein grosser Vorteil, wenn die Luft fehlt. Was ist ein Vakuum, wie entsteht es und welche Rolle spielt es beim Thema Verpacken?

Wie lange halten vakuumierte Lebensmittel?

Wie lange Lebensmittel wie zum Beispiel Fleisch im Vakuum haltbar sind, hängt von der Fleischsorte sowie von den Bedingungen beim Vakuumieren ab. Wenn keine Keime mit eingeschlossen werden (Achtung: Handhygiene, saubere Arbeitsfläche!), wenn der Vakuumiervorgang also unter hygienischen Bedingungen fachgerecht ausgeführt wird, kann ein Rinderbraten im Vakuum bis zu vier Wochen haltbar sein, ein Steak bleibt zirka 2 Wochen frisch.

Warum hält sich das Fleisch im Vakuum länger?

Durch den Entzug von Sauerstoff vermehren sich Bakterien deutlich langsamer. Damit möglichst wenige Keime überhaupt erst in die Verpackung geraten, ist neben der Hygiene entscheidend, dass das Fleisch frisch vakuumiert wird und die Kühlkette zu keiner Zeit unterbrochen war.

Was ist denn nun überhaupt ein Vakuum?

Um uns herum herrscht ein Luftdruck von 1013,25 hPa (= 1013,25 millibar, entspricht 101,325 kPA). Als Vakuum gilt also ein luftgefüllter Raum, in dem der Luftdruck unterhalb dieses Normwertes liegt. Je nach Luftdruck unterscheiden wir zwischen Grobvakuum, Feinvakuum, Hochvakuum und Ultrahochvakuum (Höchstvakuum). Um ein solches Vakuum herzustellen, wird mit einer Vakuumpumpe Luft abgesaugt.

Umrechnungshilfe: 100 bar = 100.000 millibar = 100.000 hPA = 10.000kPA = 100.000 hPA

Je nach dem Druck in einem Gefäss unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten von Vakuum. Diese Arten sind in der nachfolgenden Übersicht zusammengestellt.

DruckbereichDruck in hPa (=mbar)
Normaldruck:1013,25
Grobvakuum:1013 – 1    bis 1
Feinvakuum: .1 bis 10-3 
Hochvakuum (HV):10-3 bis 10-7
Ultrahochvakuum (UHV):unter 10-7
extrem hohes Vakuum (XHV):< 10-12
ideales Vakuum (IV)0

Wie funktioniert eine Vakuumverpackung?

Eine Vakuumverpackung ist eine gasdichte Verpackung eines Produktes, in dem Zwischenräume und damit reaktionsfähige Gase innerhalb des Produktes weitgehend entfernt wurden. Wichtig ist vor allem der Entzug von Sauerstoff aus der Verpackung. Auf den Produkten findet sich die Bezeichnung „unter Vakuum verpackt».wikipedia

Vorteile von Vakuumverpackungen

Durch den Mangel an Sauerstoff sind die vakuumierten Produkte länger haltbar. Aber auch aus Platzgründen macht das Vakuum Sinn: Durch das Entziehen der Luft im Beutel wird das Volumen auf ein absolutes Minimum reduziert. Die Folienverpackung bzw. der Beutel wird quasi an das Produkt „rangesaugt“.

Dafür muss die Verpackung luftundurchlässig, also gasdicht sein. Geeignet sind Folien aus Polyamid oder Polyethylen, aber auch Verbundfolien. Auch manche Hartverpackung (z.B. Blechdose) eignet sich zum Vakuumieren – hier entfällt dann allerdings der erwähnte Platzspar-Vorteil.

Vakuumiergeräte für Gewerbe und Industrie

Aber nicht nur bei Lebensmitteln ist ein Vakuum ein ausgezeichneter Schutz. Neben der Lebensmittelindustrie und der Gastronomie werden Vakuumiergeräte in nahezu allen Branchen verwendet. Denn auch für Metallbauteile, Schrauben, Elektroprodukte, medizinische Geräte oder Laborartikel bietet das Vakuum einen hervorragenden Schutz gegen beispielsweise Oxidation. Kratzer auf Kunststoffoberflächen und Keime haben im Vakuum ebenfalls keine Chance. Schüttgüter werden beim Vakuumieren im höchsten Grade platzsparend gebündelt, die teils empfindliche Oberfläche von Kunststoffartikeln ist nach dem Einvakuumieren ebenfalls perfekt geschützt.

Es muss nicht immer eine Vakuumiergerät sein
Übrigens: Bereits mit einem guten Staubsauger kann ein Unterdruck von ca. 200 Millibar erreicht werden (0,2 bar). Dies entspricht also einem „laschen“ Grobvakuum. Für das Vakuumieren von Kleidung zum Schutz vor Staub und Feuchtigkeit ist dies in der Regel bereits ausreichend.
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