Klarheit auf den ersten Blick: Kennzeichnungen aus der Verpackungswelt

8 min lesen 04 April 2018
Kennzeichen, Siegel und Logos sind eine feine Sache, wenn sie wirklich Orientierung schaffen. Doch leider sind viele nicht so selbsterklärend, wie man sich das immer wünschen würde. Auch im Bereich der Verpackungen haben sich inzwischen eine Vielzahl an Siegeln, Labeln, Symbolen und Kennzeichen etabliert. Die folgenden Beispiele sind Ihnen als RAJA-Kunde bestimmt auch schon einmal begegnet. Wir erklären die Bedeutung.

Woran erkennt der Verbraucher umweltfreundliche Produkte?

Zunächst einmal, ganz generell: Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Umweltlogos, die Verbraucher dabei unterstützen umweltfreundliche Produkte zu erkennen. Dabei gibt es unterschiedliche Kriterien, die auf die Bewertung der Produkte einzahlen:

  • verwendete Materialien
  • ressourcenschonende Herstellung
  • sozialverträgliche Arbeitsbedingungen in der Produktion
  • fairer Handel
  • energieeffizienter Verbrauch
  • sparsame und recyclingfähige Verpackung
  • möglichst geringe oder gar keine gesundheitliche Belastung des Verbrauchers
  • Recyclingfähigkeit bzw. die problemlose Rückführung des Produkts in natürliche Kreisläufe
  • Praxistauglichkeit
  • Reparaturfähigkeit, Langlebigkeit und Qualität
  • fairer Preis

Wo kann ich mich über Umwelt-Label informieren?

Um sich in dem Dschungel der Umweltzeichen und den umweltfreundlichen Marken zurechtzufinden, hat die gemeinnützige Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) mit Labelinfo.ch eine Datenbank geschaffen, die Informationen und Bewertungen zu 135 Gütesiegeln der Schweiz umfasst. Anhand der Bewertung kann der Verbraucher schnell erkennen, welches Zeichen was bedeutet und welche Qualität damit einhergeht.

Wir haben uns einige für unsere Produkte relevanten Zeichen angeschaut:

Das RESY Logo

Drei Pfeile in Dreiecksform, in der Mitte steht die Aufschrift „RESY“: Dieses Logo findet sich auf zahlreichen Transport- und Umverpackungen aus Papier, Karton und Wellpappe. Es bestätigt, dass das verwendete Material der Verpackung recyclingfähig ist und von den Partnern der RESY OfW GmbH wiederverwertet wird. Der Schweizerische Wellkartonverband (VSW) hat sich an die RESY Organisation angeschlossen. RESY garantiert die gesamthafte Entsorgung und stoffliche Wiederverwertung aller mit dem RESY-Symbol gekennzeichneten Transport- und Umverpackungen aus Papier und Pappe. Mit Aufbringen des RESY-Symbols werden die Vorgaben der Verpackungsverordnung für Transportverpackungen erfüllt.

Welchen Sinn hat die RESY Nummer?

Teilnehmende Hersteller erhalten eine 4-stellige RESY Nummer, anhand welcher der jeweilige Karton dem Hersteller zugeordnet werden kann. Diese Information dient jedoch rein der Umwelt und ist nicht öffentlich zugänglich. Unternehmen, die sich für das RESY Logo lizenzieren lassen möchten, müssen hierfür einen Zeichennutzungsvertrag abschliessen. Hierfür wird grundsätzlich die im Vorjahr verkaufte Menge an recyclingfähigen Transport- und Umverpackungen aus Papier und Pappe auf Tonnenbasis zugrunde gelegt.

Die RESY-Nummer unterhalb des Logos identifiziert also jeweils den Hersteller des Produkts.  So auch bei uns: Sämtliche Kartons und Container von RAJA tragen den RESY-Aufdruck und sind somit umweltverträglich und für das Recycling geeignet.

Die Ausführung eines Kartons spielt dabei keine Rolle. Ob stabile, einwellige Qualität, zweiwellige Varianten für zerbrechliche Produkte oder extrem stabile Modelle aus dreiwelligem Material, die Ladungen auch langfristig sicher lagern: Alle bestehen zu mindestens 70 Prozent aus recyceltem Papier und lassen sich einfach wiederverwerten.

Das IPPC Logo

Weg von Wellpappe, hin zum Holz: Auf Kisten und Containern findet sich häufig ein rechteckiger Kasten, in dem ein kleines Logo mit der Aufschrift IPPC sowie ein Buchstaben- und Zahlencode stehen. Dieser Aufdruck kennzeichnet Kisten aus Vollholz, die für die Ausfuhr ausserhalb der EU bestimmt sind, gemäss der ISPM15 Richtlinie. IPPC steht für „International Plant Protection Convention“ – eine untergeordnete Organisation der UN, und ISPM für „International Standards for Phytosanitary Measures“. Die ISPM15 Norm* wurde von der IPPC erlassen und gewährleistet, dass keine Holzschädlinge in andere Länder eingeschleppt werden. Dadurch schützt sie heimische Waldbestände.

Die Richtlinie gilt für sämtliche Vollholzverpackungen mit einer Mindestdicke von sechs Millimetern: Die Verpackungen müssen mit Hitze behandelt oder mit Methylbromid begast werden, um Schädlingsfreiheit zu gewährleisten. Der rechteckige Aufdruck, dauerhaft als Kennzeichnung angebracht, gibt per Buchstaben- und Zahlencode Auskunft zum Hersteller sowie Herstellerland und -region. Ausserdem hält er die Art der durchgeführten Behandlung fest.

Hier gibt’s mehr Informationen zum Thema ISPM 15 Standard für Holzverpackungen.

Das PEFC Siegel

das unter anderen unsere Inka-Paletten tragen.

Das Progamme for the Endorsement of Forest Certification Schemes kurz PEFC ist die grösste internationale Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Ziel des PEFC ist die Dokumentation und Verbesserung nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Sichergestellt wird dies durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem auf Basis nationaler Standards. Drei Säulen der Nachhaltigkeit müssen dabei berücksichtigt werden: Ökonomie, Ökologie und Soziale Verträglichkeit.

Inhaltlich basiert das Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung auf den internationalen Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio (1992). Im Detail sind dies die Kriterien und Indikatoren, die auf den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa von 37 Nationen im Pan-Europäischen Prozess verabschiedet wurden. Dazu gehören die Beschlüsse von Helsinki (1993), von Lissabon (1998) und von Wien (2003).

Trägt ein Produkt aus Holz das PEFC-Siegel, wie beispielsweise unsere Inka-Paletten, dann heisst das konkret:

  • Es wird nicht mehr Holz geschlagen als nachwächst.
  • Wo Bäume gefällt wurden, wird auch wieder aufgeforstet.
  • Der Wald bleibt ein sicherer Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
  • Die Artenvielfalt im Wald bleibt erhalten.
  • Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald behält seine Funktion als natürlicher Schutz von Gewässern, Böden und Klima.
  • Sie haben die Garantie für die legale Herkunft des Rohstoffs Holz.
  • Bei allen Waldarbeiten werden die hohen Standards der Arbeitssicherheit eingehalten.
  • Die Arbeitnehmerrechte werden gewahrt.
  • Bei allen Arbeiten werden Fachkräfte aus der Region bevorzugt.
  • Die Rechte der Menschen, die vom Wald leben und/oder von ihm abhängen (zum Beispiel Waldbauern oder auch Naturvölker in Südamerika), werden gesichert.

Die gesamte Produktherstellung – vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt – ist zertifiziert und wird durch unabhängige Gutachter und Zertifizierungsstellen jedes Jahr neu kontrolliert. Holz und Holzprodukte wie Papier die mit dem PEFC-Siegel gekennzeichnet sind stammen somit nachweislich aus ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft. So erhalten Verbraucher und Konsumenten die Sicherheit, dass das gekaufte Produkt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt.

Bereits 230 Millionen Hektar Wald wurden bisher nach den Standards von PEFC bewirtschaftet. Mit 7,35 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche, das sind rund zwei Drittel der deutschen Wälder, ist PEFC auch in Deutschland die grösste unabhängige Institution zur Sicherung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und die bedeutendste Waldschutzorganisation.

Das FSC Logo

FSC ist die Abkürzung von Forest Stewardschip Council und bedeutet Forstverwaltungsrat oder vielmehr Waldverantwortungsrat. Der FSC schuf das erste System zur Auszeichnung nachhaltiger Forstwirtschaft. Produkte und Erzeugnisse aus nachhaltigen Forstbetrieben werden zertifiziert. Die Organisation wurde 1993 in Kanada ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 1.000 Mitglieder.

Der Blaue Engel

Der Blaue Engel war das erste Umweltkennzeichen weltweit. Schon seit 1978 wird es in Deutschland vergeben. Es wird für Produkte vergeben, die in ihrer ganzheitlichen Betrachtung besonders verträglich für Mensch und Umwelt sind. Inzwischen sind über 12.000 Produkte und Dienstleistungen von etwa 1.500 Unternehmen mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

Das EU Ecolabel

Das EU Ecolabel, auch Euro-Blume genannt, kennzeichnet viele unserer Produkte aus dem Bereich Reinigung und Hygiene. Das Label wurde 1992 für die Kennzeichnung von Produkten von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Seit 2000 besteht auch die Möglichkeit Dienstleistungen damit zu kennzeichnen. Der Verbraucher hat durch diese Kennzeichnung die Möglichkeit umweltfreundlichere Produkte zu identifizieren. Vergeben wird das EU Ecolabel an Produkte oder Dienstleistungen die, bezogen auf ihre gesamte Lebensdauer eine geringere Umweltauswirkung haben als vergleichbare Produkte. Das EU Ecolabel wird von den 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie von Norwegen, Island, der Schweiz und der Türkei anerkannt. Derzeit tragen etwa 40.000 Produkte das Ecolabel der EU. Insgesamt gibt es über 30 verschiedene Produktkategorien, das Produktspektrum reicht von Reinigungsprodukten über Textilien, Schmierstoffe, Farben und Lacke bis hin zu Beherbergungsbetrieben und Campingplätzen – ausdrücklich ausgeschlossen sind Nahrungsmittel, Getränke, Arzneimittel und medizinische Geräte. Das System zur Vergabe des EU Ecolabels beruht auf Freiwilligkeit und ist nicht verpflichtend.

Das LGA Prüfzeichen

Das Prüfzeichen LGA schadstoffgeprüft wird inzwischen vom TÜV Rheinland vergaben und zeichnet Möbel aus. Je nach Produkttyp unterscheiden sich die bewerteten Kriterien, darunter fallen etwa die technische Prüfung auf Dauerhaltbarkeit, Schadstoffprüfung und Hygieneuntersuchungen in Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Produktes.

Das TCO Zertifikat

TCO Certified ist eine weltweite angesehene Zertifizierung für nachhaltige IT-Produkte. In der Technologiebranche wird häufig in Ländern mit schlechten Arbeitsbedingungen und geringeren Anforderungen an Schadstoffemissionen produziert. Einige Produkte haben nur eine geringe Lebensdauer und können nicht repariert werden. TCO Certified geht dem auf den Grund und zertifiziert nur Produkte, die alle Anforderungen in Hinblick auf Arbeitsbedingungen, Schadstoffeinsatz und Produktlebenszyklus erfüllen.

Der EU Energy Star

Seit 1992 ist der EU Energy Star eine freiwillige Auszeichnung der Mindeststandards von Bürogeräten in Hinblick auf die Energieeffizienz. Gemeinsam mit der amerikanischen Umweltbehörde (EPA) legen die EU-Kommission und IT-Experten die Vergabekriterien für Computer, Notebooks, Bildschirme, Drucker, Scanner, Kopierer, Faxgeräte, Server und unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlagen fest.

Die Umwelt Kennzeichnungen bei RAJA

Um Ihnen möglichst einfach Klarheit über unsere zertifizierten Verpackungen zu verschaffen, haben wir in unserem Webshop ein weiteres Kennzeichen eingeführt. Ist eines unserer Verpackungs-Produkte mit einem oder mehreren Umwelt-Label ausgezeichnet, finden Sie neben dem Produkt dieses Zeichen:

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